Ein Orgelgewitter über Luzern  – Konzert mit Wolfgang Sieber in der Hofkirche St. Leodegar, Luzern

Unser traditioneller Abendanlass mit Partner/innen führte uns am Freitag 1. September 2017 in die altehrwürdige Luzerner Hofkirche. 69 Personen leisteten der Einladung der HCE-Connection Folge. Auf dem Programm stand diesmal ein kultureller Leckerbissen.

Stiftsorganist Wolfgang Sieber, assistiert von seiner charmanten Frau Sylvia, lud zum weltlichen Orgelkonzert auf der prächtigen Hoforgel, notabene der grössten und lautesten von Europa! Bevor wir in den Genuss ihrer Klänge kamen, stärkten wir uns mit einem kurzen Apéro, den wir leider aufgrund des heftigen Regens statt im Park neben dem Marienbrunnen, im Pfarreiheim St. Leodegar abhalten mussten.

Nun, die leckeren Sandwiches, geliefert von Vital Kopp, schmeckten dennoch vorzüglich. Anschliessend empfing uns Maestro Sieber mit den Klängen einer Eigenkomposition in der Hofkirche. Danach erzählte er uns von der Geschichte der berühmten Orgel und dessen Erbauern. Ebenso erhielten wir Einblick in sein Wirken rund um die Klangwelt der Hofkirche. Weiter ging es dann zum Echowerk der Orgel, welches sich über 70 Meter entfernt vom Hauptinstrument oberhalb des Chorgestühls befindet. Komplett

neu restauriert, sorgte es schon für erstaunliche Surroundeffekte, lange bevor es die Firma Dolby Laboratories überhaupt gab. Ausserdem wurde die Funktionsweise der Orgel anschaulich präsentiert und erklärt. Es steckt verblüffend viel Mechanik und feinste Technik in solch einem Instrument.

Der eigentliche Höhepunkt des Abends war jedoch das Konzert, das wir auf der Orgelempore live miterleben durften. Hoforganist Sieber zog im wahrsten Sinne des Wortes sämtliche Register und wir konnten dem Meister aus nächster Nähe bei seiner «Arbeit» zuschauen. Um eine derart mächtige Orgel krachen, tosen und donnern zu lassen, bedarf es tatsächlich auch körperlicher Schwerstarbeit. Faszinierend, wie Wolfgang Sieber die Tasten und Pedale mit beiden Händen und Füssen teilweise in höchster Kadenz bearbeitete. Und dass man auf einer Kirchenorgel nicht nur sakrale Musik spielen kann, davon zeugte das überaus weltliche Repertoire: Bohemian Rhapsody von Queen über Polo Hofers Kiosk und Alperose bis Conquest of Paradise von Vangelis und vieles mehr wurde da geboten. Selbstverständlich durfte auch das Markenzeichen des Luzerner Orgelsommers, das Orgelgewitter (jeden Konzert-Dienstag um 12.15 Uhr) nicht fehlen – schlichtweg begeisternd und für Gänsehaut sorgend!

Nach einem kurzen Abstecher auf den Dachboden der Stiftskirche, auf dem sich das Fernwerk der Orgel (für die Echowirkung) sowie die von Orgelbauer Friedrich Haas im Jahre 1862 gebaute Regenmaschine befindet, endete der musikalische Teil des Anlasses.

In Eckhard Schwöbels «Stadtkeller» liessen wir den Abend in geselliger Runde bei Rathausbier und Brezel würdig ausklingen. Wir danken Wolfgang Sieber und seiner Frau Sylvia, die uns mit ihrem Enthusiasmus die Hofkirche und ihre Klangwelt ein grosses Stück näherbrachten. Ebenso geht ein Dank an die zahlreichen Teilnehmer/innen, die ihr Kommen mit Sicherheit nicht bereuten.


Text: Oli Breitenstein/Fotos: Beni Lützelschwab