News von Handball Emmen

Das Wunder des Teams: Jeder gibt etwas und am Ende haben alle mehr!

Heinz Fuhrimann, erfolgreicher Trainer Herren 1 «Mein persönlicher Rückblick»


Nach einer eher kurzen Vorbereitungszeit von 4 Wochen vor und 6 Wochen nach den Sommerferien starteten wir in die Saison 2017/18. Das Team setzte sich sein Ziel: Finalrunde! Eigentlich hat sich diese Zielsetzung abgezeichnet, nachdem wir in der Vorbereitung kein Spiel verloren, und vor allem, nachdem die Spieler gemerkt hatten, dass der Rumpf ein bisschen stabiler wird, die Beine ein bisschen schneller laufen können ohne sofort müde zu werden und im Zweikampfverhalten ein besseres Durchsetzungsvermögen sich eingestellt hatte. Die Zuversicht wuchs, etwas bewirken zu können in der neuen Saison!

Dazu zwei ganz besonders wichtige Punkte: Einmal, dass die Spieler wieder Selbstvertrauen fanden in sich selber und zum andern, und das war grad so wichtig, die Spieler haben wieder mit viel, viel Freude Handball gespielt.

Die Motivation und die Leidenschaft waren wieder da, und wir konnten die zwei ersten Spiele gewinnen. Genau diese Bestätigung brauchten wir von wegen unserem Training. Die Überzeugung wuchs: WIR KÖNNEN GEWINNEN!

Richtig, danach verloren wir 2 Spiele und das darauf folgende spielten wir unentschieden. Diese Dämpfer sassen. Es gab nur eine Lösung, das Team musste sich wieder aus der Negativspirale befreien – aber wie? Das ist sogar sehr einfach. Siege mussten her, und das Gefühl gewinnen zu können. Gesagt getan.

Unglaublich, aber die nächsten 6 Spiele konnten wir alle siegreich gestalten. Die Qualifikation zur Finalrunde war in Griffweite. Es war äusserst interessant zu beobachten, wie bei meinen Spielern das Selbstvertrauen wuchs (mit diesem Selbstvertrauen landeten wir übrigens am Schluss auf Platz 2).

In den folgenden Weihnachtstagen trainierten wir viel. Es galt immer noch vorhandene Defizite aufzuholen, schliesslich wollten wir unser allernächstes Ziel, den 4. Platz, erreichen – ein realistisches aber doch sehr ambitioniertes Ziel! Als Trainer spürte ich, wie das Team sich findet und wie der Teamgedanke zusehends besser wurde.

Wir erreichten die Finalrunde und wurden dann mit der Gruppe 4 zusammen in einen Topf gelegt. Im Klartext hiess das, viele schöne Reisen quer durch die Schweiz. Etlichen Spielern hat das gut getan, mal was «anderes» zu sehen. Genf, Visp, Yverdon und Bern waren plötzlich zusätzliche Handballdestinationen!

Der Start missglückte gegen den Favoriten aus Genf. Nicht nur dass wir verloren, nein, wir waren einfach zu wenig gut. Dann Muotathal auswärts. Ein nicht gerade angenehmer Gegner. Jedoch, unser Team war bereit und gewann das Spiel. In Olten ging es hin und her, zum Schluss mussten wir ohne Punkte heimkehren.

Dann kam die Fasnacht: SchmuDo frei, Samstag Training, Sonntag Spiel gegen Visp. Wir konnten gewinnen. Donnerstag Spiel gegen SG Pilatus, remis. Und dann Samstag wieder Spiel gegen Yverdon. Die beste erste Hälfte, was das Team bis anhin auf die Platte gelegt hatte! Die zweite Halbzeit ging zwar verloren, was angesichts der Belastung normal war. Als Trainer gratulierte ich dem Team zu der grossartigen Woche: 3 Spiele und jeden Tag Training!! Es war etwas viel, richtig. Aber es zeigte sich im Nachhinein, dass es notwendig war, die Mannschaft so zu belasten. Wir verloren ja nicht weil wir schwächer waren, sondern weil die mentale Belastung einfach zu gross war.

Egal, es ging weiter. Danach passierte das, was wohl niemand dem Team zugetraut hatte. Wir gewannen alle restlichen Spiele. Das bedeutete am Schluss der Finalrunde Platz 2. Wir waren für die Aufstiegsrunde qualifiziert.

Viele Fachleute wunderten sich über das was da eben mit dem Herren 1-Team von Handball Emmen geschah. Es war zu spüren, das Team wuchs zusammen. Jeder Spieler wollte nun sein bestes Handball zeigen wenn er auf dem Feld stand.

Durch die Erfahrung der gewonnenen Spiele entstand ein Vertrauen in sich selber. Das Gefühl des Gewinnens wollten die Spieler immer wieder haben.

Das Hinspiel im Rossmoos gegen die Seen Tigers war das 28. Spiel während dieser Meisterschaft! Noch standen 2 Partien aus um einen möglichen Aufstieg realisieren zu können.

Es folgten 2 Wochen voller Freude und Anspannung, denn das Finale ist etwas Besonderes. Man spürte es im Training, das Team war bereit den letzten Schritt gemeinsam zu gehen. Das Wichtigste war, der Mannschaft das gewisse Etwas mitzugeben, um die richtige Anspannung zu finden für die beiden Playoffspiele – nicht zu nervös und nicht zu schläfrig…

Wir hatten zuerst Heimrecht und legten gleich los. Von Nervosität war nichts zu spüren. Die Spieler waren fokussiert auf sich selber und ihre Aufgaben. Am Ende gewannen wir mit 33:25! Ein Resultat, das sich das Team mit einer kämpferischen Leistung erarbeitet hatte.

Die Woche darauf war ruhig und wir konnten uns auf das Auswärtsspiel in Winterthur vorbereiten. Nach 10 Minuten fiel Luca verletzt aus, ein herber Schlag für das Team. Nach einigen weiteren Minuten legte sich aber der Schock und die Mannschaft kämpfte weiter bis zum Schlusspfiff.

Das 30:30 bedeutete den Aufstieg in die Nationalliga B!!!

Man kann dem Team zu diesem Erfolg nur gratulieren. Es war eine ausgesprochene Mannschafts-Leistung. Immer wenn ein Spieler nicht so funktionierte, sprang ein anderer ein und übernahm dessen Aufgabe. Das zeichnete die Mannschaft aus!

«Das ist es, was eine Mannschaft stark macht: Das gemeinsame Ziel»


Heinz Fuhrimann, Trainer Herren 1/Aufsteiger in die Nationalliga B